Projekt Rom

2013Itaiener_StartDie Tierschützerin vor Ort berichtet uns folgendes  über die Situation und die Lebens-umstände dieser Hunde:

Es war einmal ….die Geschichte dieser alten Dame, Iva, mittlerweile über 80 jährig,  reicht weit zurück in die 90iger Jahre, als sie zur Entstehung des alten Bambis beitrug. Ein Barackenlager, in dem sich zu Spitzenzeiten über 600 Hunde befanden, die nicht kastriert waren –Generationen von Hunden, die sich dort vermehrten unter den Augen der Gemeinde und der ASL (Amtstierarzt) Rieti, die tunlichst wegschauten und die Verantwortung nicht übernehmen wollten.
Als Anfang 2000 ein schrecklicher Brand in dem canile ausbrach und viele Hunde dabei umkamen, wurde es notwendig, ein „richtiges“ canile zu bauen … es entstand das berüchtigte canile die Rieti „Colle Arpea“, das im Februar 2011 mit Hilfe aller geschlossen werden konnte. Besagte alte Dame hatte aber nicht nur das Bambi, sondern ihre eigenen Häuser wurden zu canili umfunktioniert. Ein herrliches altes „casale“, das in der Nähe der Region Abruzzen liegt, ist ein kleines „Bambi“ geworden.
2005 war ich das erste Mal mit einer ital. Tierschützerin dort und auch dort befanden sich an die 150 alte, abgewrackte Hunde, krank meist unkastriert, seit Jahren weggesperrt, ohne Auslauf, ohne Hoffnung.  In selbstgezimmerten Käfigen, zusammengebastelt aus alten Fenstern, Gittern, Plastik, Wellblech oder versteckt in Badezimmern, Kämmerchen. Im Haus selbst, lebten unzählige Hunde. Wieder mit der tatkräftigen Unterstützung Deutschlands konnten bis auf 5 Hunde alle gut untergebracht werden.
Nun vor Weihnachten 2012 wurde mir zugetragen, dass sich viele Welpen dort befinden würden. Diese Woche konnte ich mir persönlich einen Überblick verschaffen und es schien, als ob wir nie weggewesen wären – die gleichen „Zwinger“ die gleichen Baracken – andere Hunde. Junge Hunde, augenscheinlich gesunde Hunde – Hunde, die IHRE Hilfe brauchen.
Viele Hunde sind kastriert, das hat die Dame wenigstens gelernt. Eine Frage liegt nahe: wie kommt die Frau an so viele Hunde?? Die Gegend ist zwar wunderschön, aber die Menschen, die dort wohnen halten ihre Tiere auf unbeschreibliche Weise. Tierquälerei ist an der Tagesordnung, Kettenhaltung, freilaufende, selbstverständlich unkastrierte Hunde, von vielen Geburten ausgemergelte Hündinnen, frei mitten auf der Strasse laufend, zeichnen das Strassenbild.
Seit Jahren gibt es eine ChipPflicht – 90 % der Hunde sind weder gechipt noch kastriert. Da es sich natürlich herumspricht, dass die Dame Hunde aufnimmt, werden jede Woche Hunde an ihren Zaun gebunden oder über den Zaun geworfen… und wieder unter den Augen der Gemeinde, in der das Casale liegt. Als ich dort war, um eine Idee vom Ausmaß der Tragödie zu bekommen und gleichzeitig alle Hunde fotografiert und auch alle Chip eingelesen habe, waren auch der Amtstierarzt von Rieti und zwei von der Forestale (Forstpolizei) der zuständigen Gemeinde zugegen. Die Struktur ist jetzt beschlagnahmt, damit die Leute, die sich auf diese einfache Art ihrer unglücklichen Hunde entledigen, gewarnt sind. Jeder neue Zuwachs muss sofort gemeldet werden – der status quo von Anfang März sind ca 90 Hunde, die meisten jetzt gechipt und vermittelbar. Ich habe versucht eine minimale Beschreibung der Hunde festzuhalten. Es war nicht einfach, denn 5 fremde Leute betraten die Zwinger und einige Hunde waren sehr verstört, aber bei der alten Dame waren alle zugänglich, verschmust und haben sich gefreut sie zu sehen. Die alte Dame geht liebevoll mit den Tieren um, die Hunde haben genügend Futter und wenn sie sieht, dass sie offensichtlich krank sind, bekommen sie auch Medikamente. Viele Hunde sind auf ihre Kosten kastriert worden. Ich mache ihr keinen Vorwurf, denn sie schaut nicht weg, sie hilft den Hunden, aber wie soll eine Vermittlungen funktionieren, in einer Gegend mit Menschen, die nur aussetzten und nicht adoptieren? Mein Vorwurf geht an die Gemeinde, die sich das jahrelang ansieht und aus Bequemlichkeit nichts dagegen unternimmt. Auf meine Frage an die Forstpolizei, ob sie keine Hunde in offiziellen canili haben, wurde mit Achselzucken beantwortet – sie wären ja alle hier! Man muss bedenken, dass die alte Dame der Gemeinde pro Jahr ca. 90 000€ an Unterbringungskosten erspart und sich niemand Gedanken macht, wie sie selber diese Tiere finanziert.

Anmerkung von HPiN zum Verständnis:
Hunde in Italien, die entweder von ihren Menschen abgegeben werden oder durch die Hundefänger auf der Straße eingefangen werden, landen im canile. Das hat überhaupt nichts mit unseren Tierheimen zu tun, es handelt sich um Aufbewahrungsanstalten, in denen, im Vergleich zu vielen anderen Ländern in Mittel- und Südeuropa, die Hunde nach Ablauf einer gewissen Frist, nicht getötet werden, das verbietet das Gesetz seit Anfang der 90er Jahre. Sie werden dort untergebracht und jede Gemeinde ist verpflichtet „ihre“ Hunde unterzubringen. Dies hat dazu geführt, dass die canile entstanden sind, die von privaten Geschäftsleuten betrieben werden, und die von den Gemeinden eine Betrag x bekommen, damit sie deren Hunde verwahren. Natürlich bekommt i.d.R. der Betreiber den „Zuschlag“, der die geringsten Kosten pro Hund/Tag veranschlagt. Bedeutet, so viele Hunde wie möglich, werden in Zwingern zusammen gepfercht ohne Rücksicht auf evtl. Unverträglichkeiten. Tierärztliche Versorgung oder Futter auch für die, sie sich in der Zwangsgemeinschaft am Napf nicht durchsetzen können, Fehlanzeige.
Weitere Informationen zur Situation der Hunde in Italien finden Sie hier und die Situation bei Iva seit 2013 können Sie in unserem Forum nachlesen.

Bitte helfen Sie uns, damit wenigstens diesen Hunden, diese Endstation erspart bleibt. Ein paar Eindrücke zu deren momentanen Lebensbedingungen zeigen wir Ihnen mit dieser Collage:

Unbenannt-1_!Iva ist mittlerweile sehr krank und kann die Hunde kaum noch versorgen. Sie hat sich daher entschieden, das Gelände zu verkaufen und so müssen die Hunde untergebracht werden. Die Zeit drängt, bis Ende Juni 2015 müssen die Hunde ein Zuhause gefunden haben. Gemeinsam mit unserer Tierschutzkollegin Claudia Röckl versuchen wir nun, die Hunde zu vermitteln. Keine leichte Aufgabe und die Zeit drängt, der Juni kommt schnell. Bitte helfen Sie uns, für die Hunde ein neues Zuhause zu finden und ihnen zu ersparen, ihr Dasein in einem Canile fristen zu müssen. Da die Hunde geimpft und teilweise auch kastriert werden müssen, freuen wir uns über jede Spende.
Unsere Projektverantwortliche Uli Schöttler steht Ihnen für weitere Informationen gern zur Verfügung. Die Kontaktdaten und unser Spendenkonto finden Sie rechts neben diesem Beitrag. Auf der linken Seite stellen wir Ihnen einige der Hunde vor, die teilweise seit kurzem auf Pflegestellen in Deutschland leben.

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