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Die Geschichte von Gretchen

verfasst von ihrer Pflegemama Heike Brühl
Alles fing damit an, daß wir im Dezember 2005
Gretchen auf unsere HP nahmen.
Gretchen, 14 Jahre alt, davon 14 Jahre im
italienischen Tierheim.
Ja, Sie lesen richtig! Gretchen wurde vor 14 Jahren als Welpe, im Tierheim abgegeben und fristete dort ihr Dasein, mehr schlecht
als recht!!!
Eine unserer "Aktiven" , Marion ,war so geschockt
von Gretchens Schicksal, daß sie fieberhaft nach einem Plätzchen für Gretchen
suchte.....Und fand!
Gretchen durfte Ende Januar 2006 nach Deutschland
reisen!! Erst mal Riesenfreude! Doch die Ernüchterung kam 2 Tage
später!!!
Gretchen war in einem noch schlimmeren Zustand als
angenommen. Die Umstellung, raus aus dem Tierheim, die lange Reise, neue Leute,
all das war zuviel für die kleine Maus! Sie erlitt einen Zusammenbruch, welcher
sich im Nachhinein mit großer Wahrscheinlichkeit, als Schlaganfall
rausstellte.
Ihre neue Familie, auch ältere Leute, kamen damit
nicht zurecht, Gretchen braucht rund um die Uhr Betreuung!!!!
Marion holte Gretchen erst mal ab und brachte sie
in eine Tierklinik! Dort musste Gretchen fast eine Woche bleiben, während dieser
Zeit hing ihr Leben im wahrsten Sinn des Wortes an einem seidenen Faden.Sie
konnte nichts bei sich behalten, erbrach sofort alles wieder. Außerdem hatte sie
noch ziemlich starken Durchfall.Die einzigste Möglichkeit war, ihr Infusionen zu
geben, damit sie nicht austrocknet.
Sonntags war es dann so weit, sie durfte Gretchen
aus der Klinik abholen!
Es war klar, Gretchen braucht rund um die Uhr
Betreuung. Marion arbeitet halbtags , also wurde per Aufruf eine "Rund-um
-die-Uhr- Pflegestelle" für Gretchen gesucht!
Das war der Moment, wo wir uns erst richtig über
Gretchens Schicksal bewusst wurden!
Hier fing unser Weg mit Gretchen an.
Montags morgens las ich Marions Aufruf! In der
Mittagspause, kurze Besprechung mit meinem Mann, dann war klar, Gretchen kriegt
bei uns ihren wohlverdienten Gnadenplatz!!!!
Ich stellte mir das alles so einfach vor, ins Auto
setzen, Gretchen holen und dann ist sie da!
Am Liebsten wäre ich gleich noch losgefahren, doch
nach Gesprächen mit unserer 1. Vorsitzenden und Marion, siegte die Vernunft!
Von uns bis Bad Tölz sind es 520km einfacher Weg!
Es war schon 20 Uhr als alles besprochen war, unzählige Mails und Telefonate
waren geführt.
Also klar, wir fahren Gretchen morgen
holen!
Dienstag 31.01 06, morgens 7.30
Wir sind startklar! Auto fertig, vollgetankt!
Verpflegung für 4-und 2-Beiner an Bord. Decken für Gretchen.... alles
gerichtet.
Dann klingelt das Telefon! Marion! Gretchen ist
nicht transportfähig! Sie hat einen Rückfall! Marions Tochter arbeitet bei einem
Tierarzt, sie nimmt Gretchen mit!
Die Stimmung sinkt auf den Nullpunkt!
Gegen Mittag der nächste Anruf, Gretchen kriegt
Infusionen! Sie ist vor Donnerstag auf keinen Fall transportfähig.
Das lange Warten beginnt. Außer zu versuchen
,Gretchen gute Gedanken zu schicken , kann man nichts tun!
Hilflosigkeit macht sich breit!
Über Nacht bekommt sie ein Depot gelegt, da sie
noch nicht selbst trinkt!
Bei dieser Gelegenheit, möchte ich mich mal ganz
herzlich bei den Mädels von unserem Forum bedanken, die versucht haben uns Mut
zu machen , Gretchen gute Gedanken geschickt haben und Kerzen für sie angezündet
haben.
Gretchen geht es etwas besser,aber sie ist noch
lange nicht transportfähig!
Es ist klar, morgen muß sie noch mal zum Tierarzt.
Die nächsten Infusionen kriegen.
Gretchen war mit beim Tierarzt.
Ihre Leber - und Nierenwerte wurden überprüft.
Soweit okay!
Organisch ist sie altersentsprechend "in Ordnung".
Wenn sie sich weiter stabilisiert, ist sie am Samstag
transportfähig!
Der Zusammenbruch war stressbedingt. Sie muß
unbedingt zur Ruhe kommen und verstehen, daß sie es gepackt hat!!!! Sie darf
sich nicht aufgeben!
Wieder Hoffen und Bangen!
Abends gute Nachrichten: Gretchen hat von alleine
gegessen!
Gretchen hat Appetitt! Sie ißt und trinkt von
alleine!
5-6 mal am Tag muß sie "gefüttert" werden, aber sie
nimmt wieder am Leben teil!
Ein Zentnerstein fiel uns vom Herz!
Der Umzug kann morgen stattfinden
Samstag, 04.02 06, 4 Uhr morgens
Aufstehen, Gretchen abholen fahren,
Juhuuuuuu!!!
5 Uhr losfahren damit wir rechtzeitig um 10 Uhr
beim vereinbarten Treffpunkt sind.
Marion kommt uns ein Stück entgegen, so daß wir
nicht durch München müssen.
All unsere Gedanken kreisen nur um Gretchen, in
welcher Verfassung wird sie sein, wie wird sie die Fahrt verkraften...Fragen
über Fragen.
Dann kommt
Gretchen!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Wir sind überwältigt und gleichzeitig
geschockt!
Gretchen besteht nur aus Haut und Knochen, kann
kaum laufen, Kampfspuren auf der Nase, im Gesichtchen.... uns stehen die Tränen
in den Augen. Sie muß gekämpft haben , die ganzen 14 Jahre, sonst hätte sie so
lange nicht überlebt! Der Anblick Gretchens erzählt ihr Leben!!!
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Der erste zögerliche Kontakt
mit Gretchen! Anfreundung mit Würstchen!

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Nach einem kurzen Gespräch mit
Marion und ihrem Mann und den Anweisungen für Gretchens Medikamente, machen wir
uns auf den Heimweg!
Marion und ihrem Mann fällt
der Abschied von Gretchen sichtlich schwer!!!
Gretchen wird warm eingepackt
und los gehts!
Weit kommen wir nicht,
Gretchen wird unruhig. Wir halten an, weil wir denken Gretchen muß mal für
kleine Mädchen.
Aber nein, Gretchen hat
Hunger!!! Sie ißt die erste halbe Käsewurst:-)))
Dann setzen wir die Fahrt
fort, doch Gretchen weis, wo die restliche Wurst ist. Die kleine Maus ist nicht
zu halten.
Also nächster Stop
und Gretchen verputzt die restliche Wurst!
Am liebsten hätte sie die
ganze Tüte leer gegessen!
An Ruhe im Auto war noch nicht
zu denken, trotzdem setzen wir die Fahrt fort.
Nach langen Erklärungen und
dem festen Versprechen, daß sie sofort, wenn wir zuhause sind die nächste Wurst
kriegt, gibt Gretchen auf. Sie schläft:-))))
Um 15 Uhr kommen wir Zuhause
an!
Das erste Bild im
neuen Zuhause, man sieht, wie dünn Gretchen wirklich ist!
Sie erinnert sich auch noch
dran, was wir ihr versprochen haben!!! Würstchen!!!!!
Hier sieht man deutlich die
Narben auf Gretchens Nase und im Gesicht.
Gretchen hat einen guten
Apettit und hat auch alles bei sich behalten.
Wir wagen den ersten
"Ausflug" 100m auf die Wiese. Gretchen torkelt mehr, als daß sie
läuft!
Das Laufen macht ihr Spaß,
aber ihren torkelnden Gang zu sehen, treibt die nächsten Tränen in die
Augen!
Aber man sieht, daß sie es
geniesst!
Allerdings hat sie noch einen
ganz traurigen Blick und wir bibbern, daß sie keinen Rückfall kriegt, wegen der
erneuten Umstellung! Sie weiß ja nicht, daß sie nun nie wieder umziehen muß! Sie
soll nur noch geniessen!
Solange ihr noch Zeit bleibt!
Wenigstens noch einen schönen Sommer soll die kleine Maus
haben!
Sie weiß noch nicht, was sie
erwartet! Woher auch??? Nach der Aufregung der letzten 2
Wochen!
Gretchen lebt sich langsam
ein. Sie ist noch sehr mißtrauisch, aber es wird besser.
Essen wird zu Gretchens
Lieblingsbeschäftigung!!!!
Essen, schlafen,
spazierengehen, das ist Gretchens Tagesablauf im 2
Stundenrhythmus.
Gretchen wird unserer
Tierärztin vorgestellt!
Das Antibiotika muß sie noch
fertig nehmen, wegen den entzündeten Zähnen. Viel hat sie nicht mehr, aber die
sind in einem so schlechten Zustand, daß sie , wenn es Gretchens Zustand
erlaubt, gezogen werden müssen.
Ihr Herzchen ist nicht mehr
das Beste, es schlägt zu schnell. Hier warten wir mal noch 2 Wochen ab, ob sich
etwas bessert, bei guter Ernährung. Wenn nicht, muß die kleine Maus auf
Herztabletten eingestellt werden.
Die Tabletten, die sie nehmen
muß, um einen weiteren Schlaganfall vorzubeugen, wird sie wohl ein Leben lang
nehmen müssen. Mehr kann man hier vorbeugend nicht machen!
Sie bekommt noch ein Mittel um
ihre Knochen und Gelenke etwas zu stärken.
Erst muß mal ihr
Allgemeinzustand verbessert werden.
Abends mir ihren neuen
Geschwisterchen beim Zähneputzen vorm Zubettgehen
Zahnputzknochen sind soooo
lecker!!!
Gretchen macht sich soweit
ganz gut. Sie hat weiterhin guten Appetit und erbricht nicht
mehr.
Allerdings kriegt sie
weiterhin 5-6 mal am Tag kleine , bzw. größere Portionen.
Sie geht gerne spazieren, zwar
immer nur kurze Strecken, aber man sieht, daß sie Spaß dabei
hat!
Ums Spazierengehen kommen wir
auch garnicht rum, denn Gretchen muß alle 2 Stunden Pipi!!
Heute ist sie auch so stabil,
daß sie den Rest ihrer neuen Geschwisterchen kennenlernen
darf!
Die ganze Zeit, war sie
tagsüber noch von den anderen getrennt.
Der erste Kontakt mit ihren
neuen Rudel
Da die Geschwisterchen doch
etwas anstrengend sind,
zieht sich Gretchen mit Brüderchen Mauri zum Schlafen
zurück!
Gretchen geht es den Umständen
entsprechen gut! Sie ist jetzt tagsüber bei ihren Geschwisterchen und geniesst
dies auch sichtlich.
Am besten gefällt es ihr, wenn
die Küchentür aufgeht! Das kriegt sie mit, obwohl sie ansonsten fast taub
ist.
Und den Kühlschrank mit den
Würstchen hat sie gleich gefunden!
Wenn ihr Zustand so stabil
bleibt, hat sie gute Chancen, noch einen Sommer - ihr erster in Freiheit - zu
erleben!
Das wünschen wir uns alle sooo
sehr für die kleine, süße Maus!
Gretchen wird langsam
anhänglich und liebt ihren Papi über alles! Wenn er von der Arbeit heimkommt,
wedelt sie sogar ganz, ganz vorsichtig mit dem Schwänzchen!
Hoffen wir, daß das kleine
Gretchen noch lange ihr neues Leben geniessen darf!! Wir werden versuchen es ihr
so schön wie irgendwie möglich zu machen!
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