Tierschutzarbeit bei unseren Partnervereinen in Italien & Spanien

von | 4 Okt., 2026

Tierschutz kennt keine Grenzen und der der Welttierschutztag erinnert uns daran
❤️ Respekt vor jedem Lebewesen zu haben
🐾 Hinzuschauen statt wegsehen
🧡 Gemeinsam zu helfen

Deshalb arbeiten wir bei Hundepfoten in Not seit vielen Jahren mit Tierschutzvereinen im Ausland (Italien & Spanien) zusammen, um auf die prekäre Lage der Hunde dort aufmerksam zu machen und zu helfen.  (Dass der Tierschutz in Deutschland ebenfalls noch erhebliche Lücken und Mängel aufweist, soll darüber nicht hinwegtäuschen oder dies ausblenden.). 

Tierschutzsituation für Hunde in Spanien und Italien

In Spanien und Italien leiden hunderttausende Hunde unter Aussetzung, Vernachlässigung und strukturellen Problemen im Tierschutz – trotz teilweise fortschrittlicher Gesetze. Während in Spanien vor allem Jagdhunde wie Galgos und Podencos massenhaft ausgesetzt werden, kämpfen Italiens Straßenhunde mit überfüllten staatlichen Tierheimen und mangelnder Umsetzung der Tierschutzgesetze.

🇪🇸 Die Lage in Spanien: Jagdhunde im Fokus des Leidens
Spanien hat ein besonders gravierendes Problem mit der Behandlung seiner Jagdhunde. Schätzungen zufolge werden jährlich rund 50.000 Galgos, Podencos und andere Jagdhunde ausgesetzt oder getötet, sobald die Jagdsaison Anfang Februar endet.

Die Hauptprobleme:

  • Rechtliche Lücke: Das im September 2023 in Kraft getretene neue Tierschutzgesetz schließt Jagdhunde explizit aus – sie gelten weiterhin als „Freiwild“.
  • Massentierhaltung: Viele Hunde leben in dunklen Verschlägen, an kurzen Ketten, werden kaum gefüttert und brutal für die Jagd abgerichtet.
  • Aussortierung: Hunde, die nicht mehr schnell genug sind, sich verletzen oder zu alt werden, werden gnadenlos aussortiert – durch Aussetzung, Tötung oder Abgabe in Tötungsstationen.
  • Fehlende Registrierung: Die Mehrzahl der Haustiere befindet sich außerhalb der offiziellen Kontrolle, Besitzer sind kaum feststellbar, Aussetzungen können nicht geahndet werden.

Fortschritte und Herausforderungen
Trotz des neuen Tierschutzgesetzes von 2023, das Tiere nicht mehr als „Sache“ definiert und Misshandlungen verbietet, bleibt die Umsetzung lückenhaft. Viele Regeln gelten zwar, aber insbesondere für Jagdhunde ändert sich wenig an der täglichen Realität

🇮🇹  Die Lage in Italien
Italien verfügt seit 1991 über ein vergleichsweise fortschrittliches Tierschutzgesetz (Gesetz Nr. 281/1991):

  • Das Töten von Straßenhunden ist verboten (außer bei schwerer Krankheit oder akuter Gefahr).
  • Aussetzen ist strafbar (Geldbuße bis 10.000 Euro oder bis zu einem Jahr Gefängnis)
  • Gemeinden sind zur Einrichtung von Tierheimen verpflichtet.
  • Chip-Pflicht und Registrierung im Haustierregister bestehen für Halter.
  • Der Staat hat die Fürsorgepflicht für Geburtenkontrolle durch Kastration.

Die Realität hinter dem Gesetz
Trotz dieser Regelungen zeigt sich ein dramatisches Bild:

  • 1,5 Millionen Straßenhunde leben schätzungsweise in Italien, jährlich werden 100.000–150.000 Haushunde ausgesetzt
  • Weniger als 10% der ausgesetzten Hunde sind gechippt und kastriert (vermutete Rate: 5–8%).
  • Ca. 80% der ausgesetzten Hunde sterben im ersten Jahr nach der Aussetzung durch Unfälle, Gift, Verhungern oder Verdursten.
  • Die staatlichen Tierheime (Canili) sind völlig überfüllt und werden zu „Endlagerstätten“ ohne Vermittlungschancen.
  • Tierschützer machen sich strafbar, wenn sie verletzte Straßenhunde retten – freilebende Tiere gehören offiziell dem Gemeindeoberhaupt.

Partnervereine von Hundepfoten in Not e.V.

Unsere Partnervereine arbeiten seit Jahren eng mit uns zusammen und kümmern sich vor Ort um ausgesetzte und vernachlässigte Hunde. Sie beschränken sich nicht nur auf die Vermittlung von Hunden, sondern fördern aktiv den Tierschutz vor Ort durch:

  • Gemeinsame Spendensammelaktionen für hohe Behandlungskosten
  • Patenschaften für einzelne Hunde
  • Sachspenden (gesammelt über Hundepfoten in Not in Waldkirch)
  • Unterstützung beim Ausbau der Anlagen vor Ort

Der Alltag der Partnervereine ist geprägt von ausgemusterten Jagdhunden, Privatabgaben ungewollter Tiere und halbverhungert aufgegriffenen Straßenhunden – ein Kreislauf, der ohne die Arbeit dieser Vereine und die Unterstützung aus Deutschland noch dramatischer wäre. Damit sie und wir die Arbeit weiterhin durchführen können, sind wir auf finanzielle Unterstützung angewiesen und freuen uns über eure Hilfe! Gerne kann auch eine Patenschaft für einen unserer Notfälle übernommen werden.

🇮🇹 Italien: Salva la Zampa (Mailand)
https://www.salvalazampa.eu/de
Gegründet: 2012 durch Corinna Epifania (über 40 Jahre Tierschutzerfahrung)

Arbeitsweise:

  • Kein eigenes Gelände – Hunde werden in Pensionen untergebracht
  • Vereinsmitglieder und Ehrenamtliche kümmern sich um Beschäftigung und Kennenlernen der Hunde für passende Vermittlung
  • Vollständige tierärztliche Versorgung, Kastration, Chip und Impfung auf Vereinskosten
  • Finanzierung ausschließlich über Mitgliedsbeiträge und Spenden


🇪🇸 Spanien
1.
Protectora de Alcoy (Alcoy, Alicante)
https://protectoradealcoy.com/en/
Gegründet: Vor über 20 Jahren

Aufgaben:

  • Betreibt das kommunale Tierheim von Alcoy (überwiegend staatlich finanziert, reicht aber oft nicht aus)
  • Versorgung und Vermittlung von Fundtieren
  • Kastrationsprojekte und Microchip-Implementierung
  • Intensive Aufklärungsarbeit in Schulen zur Tierschutz-Sensibilisierung von Kindern

Ziel: Ursachen der Vernachlässigung beheben und weniger Tiere entsorgen oder töten lassen.


2. SPASAV – Protectora de Animales de Picassent (Valencia)
https://www.spasav.es/

Arbeitsweise:

  • Gemietetes Gelände bei Valencia mitten in einer Orangenplantage
  • Bis zu 120 Hunde leben dort überwiegend in größeren Gruppen (nicht nur in Zwingern)
  • Finanzierung ausschließlich aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden
  • Einbeziehung von Kindern in den respektvollen Umgang mit Tieren

3. Paws Patas (Almería)
https://paws-patas.org/

Gegründet: 1985, seit 1996 gemeinnützig anerkannt
Standort: Los Gallardos/Almería (seit 2001, Gelände von Wohltäterinnen gekauft)

Struktur:

  • Keine staatliche Unterstützung – Finanzierung über Spenden und vier Verkaufsstellen
  • Ca. 100 Hunde im Tierheim + ca. 40 Hunde auf Pflegestellen
  • Hunde leben in Zwingern mit drei kleineren Ausläufen
  • Viele freiwillige Gassigänge

Aktivitäten:

  • Aufnahme, Versorgung und Vermittlung von Fundtieren
  • Kastrationsprogramme
  • Aufklärungsarbeit in örtlichen Schulen